Felix Gonzales Torres Arena

Felix Gonzales-Torres, Untitled (for Parkett)1994, Untitled (Arena), 1993; copyright Sammlung Hoffmann, Berlin

Erste Entdeckungen in der zeitgenössischen Kunst machten Erika und Rolf Hoffmann in den 1960er Jahren auf den frühen Documentas in Kassel sowie in den Museen, Kunsthallen und Kunstvereinen im Rheinland. Diskussionen mit Künstlern*innen über deren Konzepte und die Werke, die diese verkörperten, wurden zu intellektueller Herausforderung im privaten, aber auch zu kreativer Inspiration im professionellen Bereich.

Um trotz Familie und Führung des eigenen Unternehmens den direkten Zugang zu den Ideen und Diskursen der Kunstszene beizubehalten, entschlossen sie sich in den späten 1960er Jahren gelegentlich zu ersten Ankäufen, meist Werken befreundeter Künstler. Die Vielfalt der künstlerischen Äußerungen begeisterte sie als ein in ihren Augen wesentliches Charakteristikum der zeitgenössischen Kunst. Sie suchten nach Innovationen, ganz gleich in welchem Medium. Die Beschäftigung mit der Gegenwartskunst bot ihnen die Möglichkeit zur Auseinandersetzung mit den aktuellen Fragestellungen der Gesellschaft.

Nach dem Verkauf Ihres Unternehmens 1985 nahmen sich die Hoffmanns mehr Zeit und finanzielle Freiheit für ihre Passion. Nach wie vor verstanden sie ihr Sammeln jedoch als nur dem persönlichen Geschmack und Interesse folgende Leidenschaft, die entsprechend privat blieb.

Das änderte sich mit dem Fall der Mauer. Da Erika und Rolf Hoffmann die gesellschaftlichen und kulturellen Veränderungen nach der Wiedervereinigung aktiv mit gestalten wollten, entwickelten sie die Idee einer Kunsthalle in Dresden in öffentlich-privater Partnerschaft nach einem kühnen architektonischen Entwurf des amerikanischen Künstlers Frank Stella. Die Hoffmanns - als Initiatoren des Projektes, das sich langfristig selbst finanzieren sollte - wollten Investoren als Zustifter und weitere Sammler als Leihgeber gewinnen. Als ihr Vorhaben an staatlichem Widerstand scheiterte, begannen sie, über eine private und damit unabhängige Möglichkeit nachzudenken, ihre Sammlung nach außen zu öffnen.

Berlin

1994 fanden sie eine leer stehende Fabrik in Berlin-Mitte, renovierten und wandelten sie in großzügige Lofts um. Ihr Ziel war, möglichst viele Kunstwerke gleichzeitig zu sehen und diese Erfahrung zeitweise mit Besuchern teilen zu können. Seit dem Einzug 1997 sind ihre Wohn- und Arbeitsräume jeden Samstag der Öffentlichkeit zugänglich.
Nach dem Tod von Rolf Hoffmann 2001 setzt Erika Hoffmann das gemeinsam Begonnene alleine fort.

Dresden

Im März 2018 hat Erika Hoffmann ihre Sammlung den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden geschenkt. Wie bisher sollen bis Ende 2022 Teile der Sammlung in ihren Wohn- und Arbeitsräumen in jährlich wechselnden Einrichtungen zu entdecken oder wieder zu entdecken sein, andere jedoch auch schon im Dresdner Albertinum und Kupferstichkabinett.